Was du in 10 Minuten erfährst:
- Was TYPO3-Wartung im Monat kostet und warum die Preise zwischen 39 und 590 € liegen
- Was in einem Wartungsvertrag steht und was fast nie enthalten ist
- Ob sich für deine Website Wartung, Upgrade oder ein Wechsel mehr lohnt
Die Rechnung kommt jeden Monat, aber was steckt drin?
Du führst ein Büro, eine Kanzlei oder einen Verein im Landkreis Oldenburg. Die Website hat vor einigen Jahren eine Agentur mit TYPO3 gebaut. Seitdem läuft jeden Monat ein Betrag für die „Wartung“ ab, oder es liegt gerade ein neues Angebot für einen Wartungsvertrag auf dem Tisch. Ob der Preis angemessen ist, kannst du kaum beurteilen. Was genau dafür passiert, weißt du auch nicht.
Diese Unsicherheit ist verständlich. TYPO3 ist ein leistungsfähiges System, aber für Außenstehende schwer zu durchschauen. Dieser Artikel ordnet die Preise ein, erklärt, was in einem Wartungsvertrag technisch passiert, und zeigt an einem Rechenbeispiel über drei Jahre, wann sich Wartung lohnt und wann ein anderer Weg günstiger ist.
Warum TYPO3-Wartung so schwer zu vergleichen ist
Wer nach TYPO3-Wartung sucht, findet fast nur Angebotsseiten von Agenturen. Die Preise unterscheiden sich um mehr als das Zehnfache, und die Pakete heißen überall anders. Ein Paket für 39 € im Monat klingt günstig, rechnet aber jede Arbeit extra ab. Ein Paket für 349 € enthält dagegen vieles, das eine kleine Website gar nicht braucht.
Das eigentliche Problem steckt aber im Kleingedruckten. Die meisten Wartungsverträge decken nur Updates innerhalb der eingesetzten TYPO3-Version ab. Der Wechsel auf eine neue Hauptversion ist fast nie enthalten. Genau dieser Wechsel steht bei TYPO3 alle paar Jahre an, weil jede Version nur eine begrenzte Zeit kostenlose Sicherheitsupdates bekommt.
Für eine Website auf TYPO3 v12 ist dieser Punkt bereits erreicht. Der kostenlose Support endete am 30. April 2026. Seitdem gibt es Sicherheitsupdates nur noch über den kostenpflichtigen Extended Long Term Support, kurz ELTS. Wer weiter monatlich für Wartung zahlt, aber weder ELTS hat noch ein Upgrade plant, bezahlt für eine Betreuung, die die wichtigste Sicherheitslücke nicht schließen kann.
Die realistische Folge ist selten ein Totalausfall. Häufiger kommt nach Jahren regelmäßiger Wartungsgebühren eine größere Einmalrechnung für das Upgrade, mit der niemand gerechnet hat. Oder eine veraltete Installation wird zum Ziel automatisierter Angriffe, weil bekannte Lücken nicht mehr geschlossen werden.
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Ja, jetzt klären wenn: Deine Website auf TYPO3 v12 oder älter läuft und du nicht weißt, ob ELTS gebucht ist.
Im Blick behalten wenn: Du TYPO3 v13 nutzt. Die kostenlosen Sicherheitsupdates enden am 31. Dezember 2027.
Nicht akut wenn: Deine Website auf TYPO3 v14 läuft und ein Wartungsvertrag die Updates abdeckt.
Wenn du dich im ersten Punkt wiederfindest, lohnt sich ein genauerer Blick auf deinen Vertrag und deine Version.
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Was kostet TYPO3-Wartung im Monat?
Ein Blick auf die Preisseiten einiger TYPO3-Dienstleister zeigt die Spanne. Alle Angaben sind Nettopreise laut Anbieterwebsite, Stand Oktober 2026.
Anbieter und Paket | Preis pro Monat (netto) | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
WACON, Basic | ab 39 € | Servicevertrag mit vergünstigtem Stundensatz von 89 €, Arbeiten werden zusätzlich abgerechnet, 12 Monate Mindestlaufzeit |
Forge12, Care S / M / L | 149 € / 349 € / 590 € | Festpreis mit Core- und Extension-Updates, Backups und Monitoring, monatlich kündbar |
muensmedia, Small / Business | ab 190 € / ab 290 € | Updates innerhalb der jeweiligen TYPO3-Version, Backups, Prüfung auf Sicherheitslücken |
pixelegg, Care S | ab 290 € | Core- und Extension-Updates, geprüfte Backups, fester Ansprechpartner |
Der Preis hängt im Kern von vier Dingen ab. Erstens vom Umfang deiner Installation, also wie viele Erweiterungen laufen und wie stark die Website individuell programmiert ist. Zweitens von der Reaktionszeit: Ein Paket, das eine Sicherheitslücke innerhalb weniger Stunden schließt, kostet mehr als eines mit „zeitnah“. Drittens davon, ob Arbeiten im Paket enthalten sind oder nach Stunden abgerechnet werden. Und viertens von der Laufzeit, denn günstige Einstiegspreise sind oft an eine Mindestlaufzeit gebunden.
Was im Wartungsvertrag steht und was fast nie drin ist
TYPO3 baut technisch auf Komponenten des PHP-Frameworks Symfony auf und wird über ein Paketsystem namens Composer verwaltet. Ein Wartungsvertrag kümmert sich im Kern um drei Ebenen.
Die erste Ebene sind Updates innerhalb der Version. TYPO3 veröffentlicht für jede unterstützte Version regelmäßig Fehlerbehebungen und Sicherheitspatches, zum Beispiel von 13.4.x auf eine höhere 13.4-Nummer. Diese Updates verändern keine Funktionen und lassen sich meist ohne Anpassungen einspielen. Genau das ist der Kern fast jedes Wartungsvertrags.
Die zweite Ebene sind Erweiterungen, bei TYPO3 Extensions genannt. Sie liefern Funktionen wie Formulare, News oder Karten. Auch Extensions bekommen Sicherheitsupdates, die eingespielt und getestet werden müssen. Kostenpflichtige Extensions von Drittanbietern sind dabei ein Sonderfall: Ihre Lizenzen und Updates laufen oft über eine eigene Plattform und sind nicht automatisch im Vertrag enthalten.
Die dritte Ebene ist die PHP-Version auf dem Server. Jede TYPO3-Version läuft nur mit bestimmten PHP-Versionen. Wenn PHP ausläuft, wie PHP 8.2 zum 31. Dezember 2026, muss geprüft werden, ob die Installation mit einer neueren Version funktioniert. Was das bedeutet, steht im Beitrag zum PHP 8.2 End-of-Life.
Was fast nie enthalten ist, ist der Sprung auf eine neue Hauptversion, etwa von v12 oder v13 auf v14. Bei einem solchen Major-Upgrade ändert TYPO3 interne Schnittstellen. Templates, Konfiguration und eigene oder ältere Extensions müssen angepasst werden, manchmal fällt eine Extension ganz weg und braucht Ersatz. muensmedia schreibt beispielsweise ausdrücklich, dass nur Updates innerhalb der jeweiligen Version enthalten sind. Ein Upgrade wird dann als eigenes Projekt angeboten.
Bevor du einen Wartungsvertrag unterschreibst oder einen bestehenden prüfst, helfen diese Fragen an die Agentur:
Deine TYPO3-Version entscheidet über die Kosten
Welche Wartung sinnvoll ist, hängt stark davon ab, auf welcher Version deine Website läuft. Die Termine laut get.typo3.org und TYPO3 GmbH im Überblick:
Version | Kostenlose Sicherheitsupdates | Danach |
|---|---|---|
TYPO3 v12 | beendet am 30.04.2026 | nur mit ELTS, Listenpreis 3.200 € pro Jahr und Instanz |
TYPO3 v13 | bis 31.12.2027 | ELTS möglich |
TYPO3 v14 | Bugfixes bis 31.12.2027, Sicherheitsupdates bis 30.06.2029 | ELTS möglich |
Für v12 ist die Lage am deutlichsten. Die TYPO3 GmbH verlangt für v12 ELTS seit April 2026 einen Listenpreis von 3.200 € pro Lizenz und Jahr vor Rabatten, für eine Laufzeit von bis zu vier Jahren. Mitglieder der TYPO3 Association bekommen Nachlässe. Einzelne Hoster bieten ELTS für bei ihnen gehostete Projekte deutlich günstiger an. Mittwald nennt für Projekte ab Version 12.4 einen Preis von 288 € pro Jahr. Wer bei einem solchen Hoster liegt, sollte das unbedingt prüfen.
TYPO3 v12 ohne ELTS: Seit dem 30. April 2026 erscheinen für deine Installation keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Ein Wartungsvertrag ändert daran nichts, wenn er kein ELTS oder Upgrade umfasst. Frag deine Agentur direkt, welcher der beiden Wege bei dir geplant ist.
Für v13 ist ein Punkt wichtig, der oft übersehen wird. Wer jetzt von v12 auf v13 aktualisiert, hat nur noch bis Ende 2027 Ruhe. Ein Upgrade direkt auf v14 bringt Sicherheitsupdates bis Mitte 2029 und spart damit ein weiteres Upgrade in kurzer Zeit. Welche Version deine Website nutzt, kannst du im TYPO3-Backend über das Info-Symbol in der oberen Leiste nachsehen. Wie du ohne Zugang erkennst, welches System läuft, steht im CMS-Check für TYPO3, Contao und WordPress.
Wartung, Upgrade oder Wechsel: Rechenbeispiel über drei Jahre
Nehmen wir eine kleine Website auf TYPO3 v12: rund zehn Seiten, ein Kontaktformular, eine News-Erweiterung, eine Person pflegt die Inhalte. Für die Wartung setze ich beispielhaft 149 € im Monat an, das entspricht dem Einstiegspaket von Forge12. Alle Werte sind netto und beziehen sich auf drei Jahre.
Weg | Einmalig | Laufend über drei Jahre | Summe ohne Einmalkosten |
|---|---|---|---|
v12 bleibt, ELTS zum Listenpreis | keine | 3 × 3.200 € ELTS + 36 × 149 € Wartung | 14.964 € |
v12 bleibt, ELTS über einen Hoster wie Mittwald | keine | 3 × 288 € ELTS + 36 × 149 € Wartung | 6.228 € (plus Hosting dort) |
Upgrade auf v14 | Upgrade-Projekt, Aufwand individuell | 36 × 149 € Wartung | 5.364 € |
Wechsel auf ein schlankeres System | Neue Website, bei mir ab 490 €, 790 € oder 1.490 € | Betreuung nach Absprache | abhängig vom Umfang |
Die Tabelle zeigt vor allem eins: ELTS zum Listenpreis ist für eine kleine Website der teuerste Weg. Er kauft Zeit, bringt aber keine neue Funktion und verschiebt das Upgrade nur. Über einen Hoster mit günstigem ELTS sieht die Rechnung deutlich anders aus. Für eine Übergangszeit kann das sinnvoll sein.
Beim Upgrade hängt alles vom Aufwand ab. Eine Installation mit wenigen gepflegten Standard-Extensions lässt sich meist überschaubar auf v14 bringen. Bei vielen individuell programmierten oder nicht mehr gepflegten Extensions steigt der Aufwand deutlich, weil Teile neu gebaut werden müssen. Vor einer Entscheidung lohnt sich deshalb eine kurze Bestandsaufnahme der Extensions.
Ehrlich gesagt ist der Wechsel nicht automatisch die beste Lösung, auch wenn ich ihn anbiete. Wenn deine Website groß ist, mehrere Sprachen oder Redakteure hat und dein Team TYPO3 gut kennt, ist ein Upgrade mit solider Wartung oft der richtige Weg. Ein Wechsel lohnt sich vor allem dann, wenn die Website klein ist, sich selten ändert und die Wartungskosten über Jahre in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Für solche Fälle habe ich mit Lotse CMS ein eigenes System entwickelt, bei dem ich die technischen Updates zentral übernehme.
Ob für eine Website für Dienstleister oder eine Website für Vereine: Die richtige Antwort ergibt sich aus Version, Umfang und dem, was die Website für dich leisten soll.
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Was ich bei TYPO3-Websites in der Region beobachte
Aus der Praxis
Was ich bei Website-Checks in der Region häufig sehe:
TYPO3-Websites finden sich vor allem bei Dienstleistern, Kanzleien und Vereinen, die früher von einer Agentur betreut wurden. Oft ist die Agentur nicht mehr zuständig oder die damalige Ansprechperson ist gewechselt. Die Website läuft weiter, aber niemand weiß genau, welche Version installiert ist und ob noch jemand Updates einspielt.
Ein zweites Muster ist der laufende Wartungsvertrag ohne klare Vorstellung, was er abdeckt. Betriebe zahlen seit Jahren eine monatliche Pauschale und gehen davon aus, dass damit „alles“ erledigt ist. Beim Blick in den Vertrag zeigt sich dann, dass Major-Upgrades ausgenommen sind und das Ende des kostenlosen Supports für v12 im Vertrag gar nicht vorkommt.
Bei Vereinen kommt ein weiterer Punkt dazu. Wenn der Vorstand wechselt, gehen Zugangsdaten zum Backend oder zum Hosting oft verloren. Dann lässt sich weder die Version prüfen noch ein Update einspielen, bis die Zugänge wiederhergestellt sind. Das kostet in der Praxis mehr Zeit als das eigentliche Update.
Mein Rat in solchen Fällen ist immer derselbe: zuerst die Version und die Zugänge klären, dann den Vertrag lesen und erst danach über Wartung, Upgrade oder Wechsel entscheiden.
Fazit
TYPO3-Wartung kostet zwischen 39 € und rund 590 € im Monat, je nach Umfang, Reaktionszeit und Abrechnungsmodell. Entscheidend ist weniger der Monatspreis als die Frage, was im Vertrag fehlt. Major-Upgrades sind fast nie enthalten, und für TYPO3 v12 gibt es ohne ELTS keine Sicherheitsupdates mehr. Wer auf v12 oder v13 läuft, sollte jetzt klären, ob ein Upgrade auf v14, eine Übergangslösung mit ELTS oder ein Wechsel auf ein schlankeres System am besten zu seiner Website passt.
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